Theodora Beer als Pfarrerin im Probedienst begrüßt

221006 beerMit einem besonderen Erntedankgottesdienst hat die Evangelische Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt Theodora Beer als Pfarrerin im Probedienst in der Auferstehungskirche am Kurpark willkommen geheißen. Die 29-jährige gebürtige Herforderin wechselt nach ihrem Vikariat in Beverungen, der idyllischen Landgemeinde am Knick der Oberweser, in die Kurstadt am noch bekannteren Weserbogen.

Dankbarkeit ist die Kernaussage jedes Erntedankfestes, aber in diesem Fall gilt das besonders, wie Superintendentin Dorothea Goudefroy im Gottesdienst und Theodora Beer selbst in ihrer Predigt betonten. Dankbar ist das Presbyterium der Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt, dass die Pfarrstelle nach langer Vakanz nun wieder versorgt ist. Dankbar ist Theodora Beer für das bestandene Examen, für die Chance, nach Bad Oeynhausen zu kommen, aber auch für die Quitten, die im Garten ihres Hauses wuchsen und die sie mit auf den Gabentisch in der Auferstehungskirche brachte. Man sieht: trotz des Wunsches der Herforderin, für ihren Probedienst in ein städtischeres Umfeld zu wechseln, nimmt sie aus der Zeit im Höxteraner Land nicht nur eine solide Ausbildung als Vikarin mit.

 

Theodora Beer ist als Tochter eines Herforder Pfarrerehepaares von Kindheit an kirchlich geprägt aufgewachsen. Auf ihr 2012 begonnenes Grundstudium an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel folgten ein Studienaufenthalt in Israel sowie weitere Semester an der Georg-August-Universität Göttingen und der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster. Ein wissenschaftliches Fundament erarbeitete sie sich als Hilfskraft am Lehrstuhl für Missionswissenschaft, Religionswissenschaft und Ökumenik in Wuppertal, wo sie bereits mit einem für sie wegweisenden Thema, der Rolle der Kirche im gesellschaftlichen Leben, in Berührung kam.

Nach dem erfolgreich bestandenen ersten theologischen Examen in Münster wechselte sie für ihr zweijähriges Vikariat in den Kirchenkreis Paderborn, wo sie im April 2020 in der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter erste Aufgaben im Bezirk Beverungen übernahm. Ihr anfänglicher Einsatz im Schuldienst fiel gerade in die unsichere Zeit der ersten Coronawelle, und auch der weitere Gemeindedienst war von den Einschränkungen der Zeit bestimmt. Mit Video- und Onlineformaten oder sogar Andachten per Post nutzte sie als Vikarin ungewohnte Wege, um seelsorglich aktiv zu werden und Beziehungen mit den Menschen in der Gemeinde zu pflegen.

Bis sie auf eine Pfarrstelle wählbar ist, wird Theodora Beer nun ihren zweijährigen Probedienst in Bad Oeynhausen leisten. Zu 75% wird sie im Gemeindedienst in der Altstadt und zu 25% in der Stadtkirchenarbeit in der Auferstehungskirche am Kurpark aktiv sein. Gerade dieser Aspekt ihrer Arbeit war für ihren Entschluss entscheidend: Die Kirche als aktiven Teil des städtischen (Kultur-) Lebens präsent zu halten, ist ihr in ihrer ganzen Biografie ein Anliegen. “Mein Vater hatte in Herford bereits die Kunst in die Kirche geholt”, erzählt Theodora Beer, die von der Kantorei und der Architektur der Auferstehungskirche beeindruckt ist: “Was für ein Raum, als Kirchenraum, aber auch als kultureller Raum.”