Sonntag, 5. September ab 10.00 Uhr auf dem Kirchvorplatz

210809 C30C9499 FAD5 41F9 9955 DEA017888D83Unser Gedenkbrunnen vor der Auferstehungskirche ist wieder ein richtiger Brunnen! Nach erfolgter Instandsetzung im Jahr 2020 wird die gestaltet Fläche wieder vom Wasser überspült. Zuvor hatte der Brunnen einige Jahre still gelegen, da die Brunnentechnik nicht richtig funktionierte und im Betrieb zu viel Wasser verloren ging. Aber ein Stadtbrunnen aus dem das Wasser nicht sprudelt, ist kein richtiger Brunnen.

Nach erfolgreicher Fehlersuche konnte dann der Brunnen mit hohem Aufwand instand gesetzt werden. Dafür gebührt ein großer Dank der Stadt Bad Oeynhausen, die einen erheblichen finanziellen Beitrag zur Erneuerung des Brunnens geleistet hat, ebenso wie unserer Architektin Frau Dana Ellerhoff, die das Brunnenprojekt zu ihrer Sache gemacht hat. Schlussendlich sei auch den ausführenden Firmen Rosemeier (Baumaßnahmen) und Artesia (Brunnentechnik) gedankt, die die Planungen zur „Brunnen-Heilung“ umgesetzt haben; dazu ist noch all jenen zu danken, die gespendet und mitgeholfen haben, dass wir nun am Sonntag, den 5. September ab 10.00 Uhr auf dem Kirchvorplatz um den Brunnen das Fest der Wiedereinweihung feiern können. Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind und unsere Dankbarkeit und Freude am Gelingen des Brunnenprojektes teilen!

 

210809 IMG 2212Unser Gedenkbrunnen ist vor fast genau 20 Jahren bei der damaligen Umgestaltung des Kirchplatzes entstanden. Der Anstoß dazu kam aus der Gemeinde, für den Entwurf zeichnet der Künstler Dietmar Lehmann aus Hausberge a.d. Porta verantwortlich: Schwer lastet der Stein menschlichen Versagens jener dunklen Jahre der Naziherrschaft auf dem, was Recht und Gerechtigkeit bedeutet. Es ist als sei die ganze steinerne Fläche aus dem Lot geraten, mit dem, was das Amoswort uns als göttlichen Willen ins Gedächtnis schreibt: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5, 24) - Das Wort „Gerechtigkeit“ im Davidstern aus Edelstahl ist dazu noch mit den hebräischen Konsonanten צְדָקָה geschrieben. 

Das Brunnenwasser deutet symbolisch darauf hin, dass Erinnerung immer neu den „Staub der Geschichte“ fort spült, um den Blick auf das frei zu geben, was nicht vergessen werden sollte: „Zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger, die in der Zeit von 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert und ermordet wurden.“ Ein Wort aus der jüdischen Tradition lautet: „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, denn das Geheimnis der Erinnerung heißt Erlösung.“